Mag. Romi Sedlacek Rosemarie
lebensthemen
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Praxis für Coaching, Psychologie, Supervision,
Lebensberatung, Wirtschaftstraining, Zürcher Ressourcen Modell®

KLIMAWANDEL: Bewältigung braucht Psychologie

Wollen wir die Erde retten, müssen wir unseren Lebensstil ändern. Umweltbewusstes Verhalten bedeutet bei genauer Betrachtung mehr Vorteil als Verzicht.

Neuorientierung erforderlich - Abschied vom Größenwahn
Der Zusammenhang zwischen Klimawandel und dem immer häufigeren Auftreten von zerstörerischen Wetterphänomenen ist inzwischen belegt.
Hier treten Kräfte zu Tage, die vom Menschen nicht kontrolliert werden können.
Der moderne Mensch erlebt sich nach einer langen Phase von nahezu allumfassender Machbarkeit plötzlich als klein und ausgeliefert und in seinem Überleben gefährdet. Eine verstörende Position, die eine neue Orientierung verlangt.
Heutige Menschen haben an nahezu jeder aktuellen Naturkatastrophe ihren Anteil. Die Verbindung zur Natur als Basis ist verlorengegangen. Wir sehen uns nicht mehr als eingebundener Teil des Lebenssystems sondern vielmehr als Manager desselben mit nahezu unbegrenzter Verfügungsgewalt. Diese Illusion gilt es aufzugeben.

Unser uraltes Warnsystem fängt an zu blinken
Durch die Auswirkungen des Klimawandels sehen wir uns zunehmend mit der Gefährdung unserer Lebensgrundlage konfrontiert. Eine so fundamentale Bedrohung, die immer spürbarer wird, dockt an unser ältestes Gehirnsystem an, nämlich an jene Region, wo es instinkthaft ums Überleben geht. Es schlägt Alarm und produziert Stress. Wir müssen reagieren.

Veränderung beginnt mit soliden Informationen
Im Zeitalter der Fake-News kommt solider Information enormer Stellenwert zu. Wenn uns solide Information über den Zustand unserer Umwelt, über Kostenwahrheit und über die nötigen Änderungsstrategien verständlich und auf Augenhöhe vermittelt wird, entstehen Einsicht und Motivation zur Veränderung.

Aktion statt Resignation
Vergangene Naturkatastrophen wurden bzgl. ihrer Bewältigung psychologisch ausgewertet. Man fand zwei Muster: Menschen, die sich als Opfer sahen und sich zurückzogen und Menschen, die aktiv wurden, sich einbrachten und sich in Folge für die Zukunft weiter engagierten. Letzteres wirkt sich nicht nur für die Umwelt sondern auch psychisch sehr positiv aus.

Schuldgefühle sind kontraproduktiv!
Menschen sind in Bezug auf den Klimawandel und seine Auswirkungen Opfer und Täter gleichermaßen. Die Einsicht in die eigene Mittäterschaft darf nicht in Schuldgefühlen enden. Diese verdrängt man ohnehin gleich wieder und alles bleibt beim alten. Besser ist es, Türen zu neuen Wegen zu öffnen, was vielfach bald als sehr positiv erlebt wird: Eine Zugfahrt kann z.B. wesentlich stressärmer und somit vergnüglicher sein, als der alljährliche Autostau auf den Urlaubsrouten. Hier ist sicher zu stellen, dass umweltbewusstes Handeln für jeden und jede mach- und leistbar ist.

Vorteil schlägt Verzicht
Veränderung gelingt wesentlich leichter, wenn wir den Blickwinkel auf die Vorteile richten und nicht oder nicht nur auf den Verzicht alter Gewohnheiten. Das Ziel „Bessere Luft“ ist bzgl. seiner Akzeptanz psychologisch wesentlich wirksamer als das Ziel „Weniger Auto fahren“.

Änderung braucht Belohnung und Rückmeldung
Belohnungen sind bei jeder Verhaltensänderung wichtig. Auch umweltbewusstes Verhalten wird durch Belohnungsanreize wahrscheinlicher. Sei es im Kleinen, etwa durch Pfandsysteme oder im Großen durch Steuervorteile. Auch ein Lob wirkt als Belohnung. Wenn vielfach jene mit Gewinn belohnt werden, die die Lebensgrundlage aller gefährden, wie es z.B. die verheerenden Brandrodungen in Brasilien zeigen, werden fatale Signale gesetzt. Hier darf man sich nicht entmutigen lassen. Dabei hilft die Rückmeldung, was der bisherige Einsatz gebracht hat, denn sie wirkt als Bestätigung und stabilisiert die Veränderung.

Die Suppentellerperspektive aufgeben
Der Klimawandel zeigt uns eine Komplexität, der wir in unserem Denken und Handeln gerecht werden müssen. Es genügt längst nicht mehr, auf Einzelbereiche zu fokussieren und auf den ausschließlich eigenen Vorteil zu beharren. Verwende ich in meinem Schrebergarten Gift, dann hat es Auswirkungen jenseits meines Gartentors. Gleichermaßen kann unsere Landwirtschaft die Ökologie nicht mehr länger ignorieren. Umweltschutz wiederum muss auch soziale und wirtschaftliche Perspektiven berücksichtigen.

Zusammenhalt statt Spaltung
Der Mensch ist grundsätzlich als solidarisches Wesen angelegt. Entwicklungspsychologische Studien zeigen, dass bereits Kleinkinder Hilfsbereitschaft aufweisen, ohne, und das ist wichtig, dass sie eine Belohnung dafür erwarten. Gesellschaftliche Spaltungen, wie sie durch Verteilungsungerechtigkeit hervorgerufen und von Populisten befeuert werden, zeigen psychologisch verheerende Effekte, denn das Erleben von Spaltungen wirkt auf tiefer Ebene beängstigend und lähmend.

Naturkontakt als seelische Ressource
Eine Nachbarin lässt die „hässlichen“ Disteln im Prachtgarten stehen, weil sie weiß, dass Stieglitze die Samen gerne fressen. Ein anderer Nachbar sorgt den ganzen regenarmen, heißen Sommer lang dafür, dass die Wasserstelle für Vögel und andere Tiere stets mit frischem Wasser gefüllt ist.
Ob es diese „Kleinigkeiten“ sind oder größere Vorhaben, wie der Verzicht aufs Auto, es stärkt uns seelisch enorm, wenn wir Natur wertschätzen und für ihren Erhalt unseren Beitrag leisten. Wir stehen dann nämlich auf der Seite von Eros, dem Lebenstrieb, und nicht von Thanatos, dem Todestrieb, gemäß den Erkenntnissen des großen Seelenforschers Sigmund Freud.

Frau Erika St. kümmert sich um das leibliche Wohl der Stieglitze (Distelfinken) und lässt daher die Disteln stehen. Foto © R.Sedlacek, mit freundlicher Genehmigung von Erika St.

Distelfinken RomiSedlacek

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Herr Fred K. achtet den ganzen heißen trockenen Sommer lang darauf, dass Vögel, Igel und Insekten zu trinken haben. Den Schwalben nützt die feuchte Erde beim Nistplatzbauen. Foto © R.Sedlacek, mit freundlicher Genehmigung von Fred K.

 Wasserstelle RomiSedlacek

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fünf Tipps gegen Umweltängste

1. Aktiv werden statt Rückzug.
2. Gleichgesinnte kontaktieren und gemeinsam Stärke erleben.
3. Sich informieren und dabei auf positive Perspektiven fokussieren.
4. Vorteile von umweltbewusstem Verhalten erkennen und weitergeben.
5. Den Kontakt zur Natur suchen und genießen.

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